schlacht «kurs»

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michaela
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schlacht «kurs»

#1 Beitragvon michaela » 10.07.2013, 12:57

:winke

vielleicht mag einer oder der andere eine mail an die verantwortlichen schicken, das ist ja mehr als abartig «man stellt ein tier zur verfügung» oder man kann ein eigenes mitbringen…


Gehen wir heute ein bisschen schlachten?"

Das ist also des Schweizers neuester Spassevent: "Ausflug zum Schlachthof Ballenberg!"

Das bisher bei Familie Schweizer so beliebte Freilichtmuseum Ballenberg (www.ballenberg.ch) wird von der SBB als Ausflugsziel und Juli-Hit mit dem Titel "Ein Museum voller Leben" (www.sbb.ch) beworben. Auch Coop preist es als das "lebendigste Museum der Welt" an und wirbt mit frei umher laufenden Gänsen (http://www.coopzeitung.ch/Ballenberg_+S ... m+Anfassen).

Vermutlich wussten damals weder SBB noch Coop, dass der Ballenberg die Familie Schweizer nun zum neuen Event einlädt: "Ausflug zum Schlachthof Ballenberg - Schlachten für jedermann leicht gemacht". Der neue Kurs verspricht: "Nach einer kurzen theoretischen Einführung in die Hausschlachtung mit Gesetzesvorgaben und Hygienevorschriften, erhält jeder Kursteilnehmer die Gelegenheit unter fachlicher Anleitung sein mitgebrachtes Tier zu schlachten." (http://kurse.ballenbergkurse.ch/BasisSi ... ssID=47514) Der Blick hatte unter dem Titel "Schlachten für Anfänger" bereit im Juni darauf aufmerksam gemacht , dass bei Bedarf auch ein Tier zur Verfügung gestellt wird (http://www.blick.ch/news/schweiz/bern/s ... 52313.html). Aber offenbar ist dieser Artikel in der Vorsommerzeit untergegangen.

Die Spassgesellschaft hat nun also einen neuen Höhepunkt gefunden: Jeder darf nun selber Hand anlegen und ein Tier schlachten. Da stellt sich doch die Frage: Wie weit muss die Verrohung der Sitten noch gehen und das Tier noch weiter als Sache entwürdigt werden? Wieso wird hier aus Spass riskiert, dem Tier Leid zuzufügen?

Solange Fleisch schön zerlegt und in Cellofan gehüllt im Kühlregal liegt, ist der Abstand zum lebenden und empfindenden Tier zu weit weg. Deshalb ist oft die Forderung zu hören, dass jeder, der Fleisch isst, das Tier auch selber mit eigener Hand töten sollte, damit er sieht, woher das Fleisch kommt. Das wohl in der Hoffnung, dass der Respekt dem tierischen Leben gegenüber wieder steigt. Aber man darf sich keiner Illusion hingeben: Diesen Kurs werden wohl nur diejenigen besuchen, welche ohnehin bereits soweit abgestumpft sind, dass sie das Tier nur als Fleischlieferanten betrachten. Ändern wird das nichts, ausser wohl zwei Dinge: Erstens kriegen diese Leute nun die Gelegenheit, endlich selber Hand anlegen zu dürfen, um ihr offenbar bestehendes Bedürfnis, Leben zu töten, mit dem Schweizer Qualitätssiegel des Ballenbergs ausleben zu dürfen. Und zweitens ist es sehr wahrscheinlich, dass diese Anfänger den Tieren unnötig Leid zufügen werden.

Die fachmännische Schlachtung macht vor allem deshalb Sinn, weil man sich davon die optimalste Tötung für das Tier verspricht. Anfänger haben hier nichts zu suchen. Und von einem Schweizer Vorzeige-Museum wie dem Ballenberg hätte man etwas anderes erwarten dürfen. Wenn "Schlachten für alle" zum Schweizer Kulturgut zählen soll, dann fehlt nur noch, dass jemand seinen eigenen Hund zum Schlachten bringt: Dann hätte der Ballenberg für den Ruf der Schweiz im Umgang mit Tieren wohl auch noch "den Vogel abgeschossen".

In diesem Sinne: Melden Sie dem Ballenberg ihren Unmut. Und allen Unternehmen, welche den Ballenberg in welcher Form auch immer unterstützen, sei ihre eigene unternehmerische Verantwortung in Erinnerung gerufen, solche Institutionen zu meiden, zumindest solange sie solche Angebote feilbieten.
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Ruth
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Re: schlacht «kurs»

#2 Beitragvon Ruth » 10.07.2013, 20:26

Das ist ja nun wirklich unglaublich und stinkt zum Himmel :r6 :r6
Ich hoffe dass sich bald der Tierschutz und andere Organisationen
melden werden. Verrohung der Sitten - ja gewiss ! :a46
Michaela : Du schreibst von .."bald eigene Tiere mitbringen"..
Es kommt noch soweit dass es einen "Kremationskurs" gibt -
- Entschuldigung für dieses Wort, aber wenn das so weitergeht mit
Nervenkitzelveranstaltungen dann sind wir nicht mehr weit davon
entfernt !
Wie weit sind wir in unserer sog.menschlichen Gesellschaft denn
gekommen ? :a8 Braucht es neuerdings diesen "Kick" um sich ums
Verre.... ein Abenteuer zu verschaffen ?
Ich werde sofort die Ballenberg-webseite suchen und denen so
richtig allgottschand schreiben. Zudem melde ich ds dem Beobachter,
da bin ich sicher nicht einzig.
Mit Entsetzen grüssen Büssi und Ruth

Mmoni
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Re: schlacht «kurs»

#3 Beitragvon Mmoni » 11.07.2013, 08:47

Hmmm, ehrlich gesagt, finde ich das nicht mal ganz so verkehrt. Ok, bringen sie selber was mit und so finde ich schon etwas daneben. Aber dass einem mal die Technik gezeigt wird und auf was man achten muss etc.

Wieviele gibt es die Kaninchen oder Hühner haben und diese ab und zu schlachten? Da ist so ein Kurs sicher nicht verkehrt. So verhindert man eher Tierquälerei, wenn mans falsch macht.
Wir hatten früher auch Kaninchen und Hühner und mein Vater hat sie geschlachtet. Von daher.......

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Re: schlacht «kurs»

#4 Beitragvon michaela » 11.07.2013, 08:52

ich finde es voll daneben… ich finde schlachten wenn man schöne tiere töten muss damit man sie essen kann, dann soll das ein fachmann machen und nicht die hausfrau oder der mann usw. das sind lebewesen und so sollten sie auch behandelt werden, ich finde das geschmacklos, aber ich kann auch menschen nicht verstehen die im stande sind tiere zutöten.
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Re: schlacht «kurs»

#5 Beitragvon merry » 11.07.2013, 09:09

Wenn jeder das Lebewesen - dessen Fleisch er isst - selber aufziehen und töten müsste, würde wahrscheinlich wesentlich weniger oder zumindest bewusster Fleisch gegessen.

Zu dem Kurs habe ich generell gemischte Gefühle. Die Hauptzielgruppe werden wohl Kleinstbauern sein, die so oder so von Zeit zu Zeit schlachten müssen/wollen. Wenn man diesen beibrigen kann, wie sie das möglichst schnell und schmerzlos ein Tier töten, so hat der Kurs auch einen guten Zweck - hier sehe ich das wie Mmoni. Auf der anderen Seite suggeriert das Umfeld - ein Freilichtmuseeum - auch eine gewisse "unterhalterische Atmosphäre". Und in diesem Umfeld ist dieser Kurs wirklich fehlplatziert.

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Re: schlacht «kurs»

#6 Beitragvon brigitte » 11.07.2013, 10:04

merry hat geschrieben:Wenn jeder das Lebewesen - dessen Fleisch er isst - selber aufziehen und töten müsste, würde wahrscheinlich wesentlich weniger oder zumindest bewusster Fleisch gegessen.

Zu dem Kurs habe ich generell gemischte Gefühle. Die Hauptzielgruppe werden wohl Kleinstbauern sein, die so oder so von Zeit zu Zeit schlachten müssen/wollen. Wenn man diesen beibrigen kann, wie sie das möglichst schnell und schmerzlos ein Tier töten, so hat der Kurs auch einen guten Zweck - hier sehe ich das wie Mmoni. Auf der anderen Seite suggeriert das Umfeld - ein Freilichtmuseeum - auch eine gewisse "unterhalterische Atmosphäre". Und in diesem Umfeld ist dieser Kurs wirklich fehlplatziert.


genau meine meinung, hätte ich nicht besser schreiben können, danke! :a4
bitte pn schreiben, ich bin nicht mehr so oft online

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Re: schlacht «kurs»

#7 Beitragvon Esperanza » 11.07.2013, 10:08

ich finds einfach nur :a16 schlachten für jeden mann.
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Re: schlacht «kurs»

#8 Beitragvon Ruth » 11.07.2013, 11:54

@ Michaela:mail an "Beobachter "mit Hinweis auf den Artikel
und mit meinem Kommentar gemacht. Nützt vielleicht auch nichts,
aber gemeldet ist gemeldet ! Liebe Gruess Büssi und Ruth

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Re: schlacht «kurs»

#9 Beitragvon michaela » 11.07.2013, 11:55

ohh das ist super ruth danke :D das vet amt kann eben leider nichts machen, da es nicht gegen das gesetzt verstösst… traurige…
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Re: schlacht «kurs»

#10 Beitragvon Ruth » 11.07.2013, 12:31

Ebenfalls schrieb ich einen Leserbrief an " Der Bund" -
( Berner Tageszeitung )
( Falls der Brief wirklich unter meinem Namen veröffentlicht
wird - Guet Nacht - das halbe Dorf würde mich darauf
ansprechen... Lujah - aber ich stehe dazu !
Büssi und Ruth-

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Re: schlacht «kurs»

#11 Beitragvon Tierseniorenfreundin » 11.07.2013, 13:32

Ich bin nur stiller Mitleser und finde dieses Forum super. Habe eben dem Ballenberg ein entrüstetes Mail gesandt. Vielleicht können das noch einige machen, dann bewirkt es vielleicht doch etwas. L. G.

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Re: schlacht «kurs»

#12 Beitragvon michaela » 11.07.2013, 13:39

:winke tierseniorenfreundin

danke fürs unterstützen, das ist super :a4
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Re: schlacht «kurs»

#13 Beitragvon muscipulaa » 11.07.2013, 13:54

Ich würde auch nie ein Tier selber töten ausser ich muss es von Schmerzen erlösen und es würde sonst elend zugrunde gehen. Natürlich immer mit der Voraussetzung, dass kein Tierarzt im helfen kann.
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Re: schlacht «kurs»

#14 Beitragvon tairitsu » 12.07.2013, 09:34

Schließe mich da auch Merrys Meinung an.

So wie das gemacht wurde und wie es rüber kommt geht mir echt auch die Galle über.
Es klingt einfach so... ja - ich finde es herz- und respektlos gegenüber den Tieren.

Habs mal auf FB online gestellt mit meiner Meinung...
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Re: schlacht «kurs»

#15 Beitragvon Balou » 29.07.2013, 11:13

Ich finde es jetzt auch nicht extrem abwegig. Hier wird definitiv nicht aus Spass getötet, sondern aufgezeigt wie man ein Tier tötet um es „verzerrtauglich“ oder wie man das nennen will, zu machen. Es ist nun mal Tatsache, dass die meisten Menschen Fleisch essen und täglich tausende von Tieren deswegen getötet werden und ich bin eigentlich auch der Meinung, dass jeder der Fleisch isst, auch fähig sein sollte es zu töten! Ausserdem werden diese Tiere wohl weit tiergerechter getötet als in manchen Schlachthäusern. Geschweige denn von Schlachthäusern ausserhalb der Schweiz. Da könnte man Tierschutzmässig besser an anderen Stellen anfangen, finde ich.

Das einzige was man beleuchten sollte, ist wie die Tiere vor dem töten gehalten wurden. Alles andere ist einfach nur Alltag!! Ehrlich gesagt lieber so als hinter verschlossenen Türen eines Schlachthauses wo die Tiere zum Teil ohne Betäubung getötet werden. Bei der Eierproduktion werden täglich tausende von männlichen Kücken lebendig vergast oder geschreddert, ist das besser?

Und ich schreibe das hier als jahrelange Vegetarierin und nicht als Fleischesserin.

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Re: schlacht «kurs»

#16 Beitragvon Balou » 29.07.2013, 11:14

... und ja ich finde so könnte der Respekt dem Tier gegenüber tatsächlich gesteigert werden ...

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Re: schlacht «kurs»

#17 Beitragvon michaela » 29.07.2013, 11:16

Balou hat geschrieben:I Ehrlich gesagt lieber so als hinter verschlossenen Türen eines Schlachthauses wo die Tiere zum Teil ohne Betäubung getötet werden. Bei der Eierproduktion werden täglich tausende von männlichen Kücken lebendig vergast oder geschreddert, ist das besser?


nein das ist sicher nicht besser! aber nur weil es «schlimmeres» gibt heisst das nicht das man so was gutheissen muss, schlachten ist kein familien event!
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